„Ich bin jemand geworden,
das eigene Licht in der Dunkelheit meines Herzens,
Ich habe mein Leben geheilt.
Ich bin derjenige geworden
der die Ängste aus meiner Seele nimmt,
Ich werde dich jetzt befreien.

Alchymera – Virtual Symmetry

Willkommen zurück mein lieber Leser! Ich bin überglücklich, dass Du Dir die Zeit nimmst, in meinen kleinen Blog über meine Gedanken reinzuschauen.

Wenn Du „Die Kunst getrennte Wege zu gehen“ liest, denkst Du vielleicht: hat sie nicht schon mal einen Post zu diesem Thema gemacht? Die Antwort ist: ja, und auch nein.

Einer meiner ersten Posts hatte den Namen „Die Kunst Auf Wiedersehen zu sagen.“ (die englische Version findest Du hier: The Art of saying Goodbye) Im damaligen Post ging es jedoch um Personen, die Du in Deinem Leben behältst, obwohl Du insgeheim weisst, dass Du ohne sie besser dran wärst. Der heutige Post widmet sich de Momenten, in denen Du und ein Weggefährte das Ende eurer gemeinsamen Reise erreicht und Du loslassen musst. 

Der Grund hierfür mag sein, dass die andere Person Dich nicht weiterhin in ihrem Leben haben möchte, dass Du feststellst, dass ihr in verschiedene Richtungen geht. Oder Dein Weggefährte kommt an das Ende seiner/ihrer Reise in diesem Leben und stirbt. Was auch immer die getrennten Wege verursacht, eins ist ihnen gemein: der Schmerz. Manches schmerzt weniger, manches schmerzt mehr. Aber alle schmerzen auf irgend eine Art und Weise. Daher ist dieser Post auch für mich nicht unbeschwert und ich kann Dir versichern, dass ich die ein oder andere Träne verdrücke, während ich ihn schreibe.

Aber um meinen eigenen Post „Die Kunst Auf Wiedersehen zu sagen“ zu zitieren:

„Jemand, den ich kürzlich traf (eine wirklich brillante Person) sagte mir, dass wenn sich Wege trennen es immer daran liegt, dass sie inkompatibel sind und das kann jederzeit passieren.“


Wir alle müssen uns früher oder später für immer verabschieden (zumindest in diesem Leben/in dieser Form), manche Abschiede sind klarer vorauszusehen als andere. Ich musste einen Weggefährten gehen lassen, der mir mit am meisten am Herzen lag und sehr wichtig für mich war. Ich wusste, dass seine Zeit auf Erden / in dieser Form, zu Ende gehen würde und ich bin dankbar, dass ich so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen konnte, bis der Abschied kam. Aber obwohl ich das Ende sehen konnte, hat es den Schmerz nicht verringert, ebenso die Tatsache, wie sehr er mir fehlt. 

Andere Abschiede passierten, ohne dass ich sie voraussah. Sie können jederzeit passieren. In Wahrheit gehen wir doch alle in Richtung unser eigenen Ziele. Manchmal gehen wir an der Seite von jemanden und während wir noch die Wegstrecke voraus sehen, sieht unser Gefährte schon die Weggabelung, an der sich die Wege trennen werden.  Du bist immer noch auf den Weg fokussiert, wenn die andere Person schon längst abgebogen ist. Du glaubst, ihr geht immer noch Seite an Seite, aber ihr seit schon längst auf getrennten Wegen, auch wenn sie eine zeitlang noch parallel zu einander führen und man sich an der ein oder anderen Weggabelung noch trifft. Ein bisschen wie in Lewis Carol’s Alices Abenteuer im Wunderland, in dem die Grinsekatze feststellt: „Du hast es vielleicht gemerkt, ich bin gar nicht komplett hier.“


Wenn sich die Wege trennen hat man verschiedene Optionen:

Du kannst versuchen, dass die Person weiterhin mit Dir auf Deinem Weg bleibt. Wirf Dich auf den Boden, halt sie an den Beiden fest, so dass sie nicht weitergehen kann. 

Du kannst einfach stehen bleiben und ihr hinterher schauen, wie sie weggeht.

Du kannst ihr hinterherrufen und sie bitten, dass sie zu Dir zurückkommt. 

Aber wenn ihr Weg absolut inkompatibel zu Deinem geworden ist, wie sollten sie das tun? Und vor allem warum? Genau so, wie Du nur Deinen eigenen Weg und nicht den eines anderen gehen kannst, solltest Du nicht versuchen jemanden nur deinetwillen auf deinen Weg zu zwingen. 

Vermutlich schmerzt es die Person, die einen anderen Weg einschlägt genau so wie Dich, dass sie Dich zurücklässt.Most of the time it does not even mean it does not hurt them as well when someone is setting off in a different direction and leaves you behind.

Die beste Option ist natürlich, selbst weiter zu gehen. Wer weiß, vielleicht sind eure Wege ja noch im gleichen Wald. Vielleicht sind sie doch noch so nah bei einander, so dass ihr euch durch die Bäume unterhalten könnt und an einer Lichtung zusammen stehen bleibt, um kurz mal nach dem anderen zu schauen. Vielleicht kannst Du die andere Person auch am Horizont sehen und kurz mal rüber winken. 

Vielleicht führen eure Wege ja doch eines Tages wieder zusammen und ihr geht wieder in die gleiche Richtung. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. 


Soll ich Dir was verraten? Meine Ratschläge sind vielleicht ganz brauchbar, aber wenn es darum geht, sie zu befolgen bin ich selbst dazu nicht immer wirklich in der Lage. Kürzlich trennten sich die Wege von mir und einem Freund. Nicht meine Entscheidung. Und jetzt rate, was ich getan habe! Ja, ich hab ein Fass aufgemacht, hab ihn angefleht zu bleiben. Im Prinzip tat ich alles, ausser das offensichtliche zu akzeptieren: dass wir jetzt getrennte Wege gehen. Was nicht heißt, dass ich nicht ab und zu zu ihm rüber rufen werde, etwas wie „hey, ist alles in Ordnung in einem Teil der Welt.“

Denn ich denke, warum man sich auch immer verabschiedet, man sollte es versuchen im guten zu tun, denn Du weißt nie, ob man sich noch einmal trifft. 

Das Gedicht des deutschen Schriftstellers Berthold Brecht beschreibt es sehr schön und zutreffend:

Der abgerissene Strick
kann wieder geknotet werden
er hält wieder, aber
er ist zerrissen.
Vielleicht begegnen
wir uns wieder,
aber da,
wo du mich verlassen hast
triffst du mich
nicht wieder.

Der abgerissene Strick – Berthold Brecht 

Daher: wenn sich die Wege trennen, versuch, den Strick nicht zu sehr abzureissen. Unabhängig davon, ob Du die Person bist, die geht oder bleibt. Auch wenn es schwer ist, geh Deinen Weg ohne verbrannte Erde hinter Dir zu lassen .

Und solltest Du an eine Kreuzung kommen, helfen Dir vielleicht auch die Worte eines talentierten Musikers und grandiosem Songtexter „Fürchte Dich nicht davor, Auf Wiederseen sagen zu müssen, schätze jede Erinnerung, lebe jeden Moment und sie werden für immer bleiben.“ 

Danke fürs Lesen und bis bald

A.  

Fußnoten:

Das Zitat der Grinsekatze stammt aus Alices Abenteur im Wunderland von Lewis Carroll: https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_im_Wunderland

Der abgerissene Strick stamt von Berthold Brecht: https://www.horus.com/~dune/text/brecht.txt

Wenn Du mehr über den talentierten Musiker und grandiosen Songtexter wissen möchtest, geh zu: https://linktr.ee/markbravi

Das einleitende Zitat stammt aus dem Lied “Alchymera” aus dem Album X-Gate von der schweizer/Italienischen Band Virtual Symmetry. Mehr über Virtual Symmetry unter: https://www.virtualsymmetry.com.

Das ganze Lied kannst Du hier hören:

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