In den düsteren Stunden,
eines grauen Tages
Vermisse ich Dich am meisten,
mein geschätzter lieber Freud.
Wenn der Boden zu beben scheint
und Deine Abwesenheit
Mich taumeln lässt
Unsicher, ohne Halt.
Doch in dem Moment,
in dem ich wieder mit dir vereint bin,
tanze ich hoch auf dem Drahtseil,
sicher in meinen Schritten,
ausgeglichen und vollständig.
Ich blicke nicht auf morgen,
und verwerfe jede Warnung,
dass, sobald ich erneut ohne Dich bin,
das Seil zur Schlinge wird,
an der ich hänge, bis sie eines Tages reißt
und mein Genick bricht.
In den düsteren Stunden,
eines grauen Tage
Vermisse ich Dich am meisten,
lieber, kostbarer Gefährte
Wenn ich kaum existiere,
ohne deine Gegenwart,
ungeliebt und einsam,
kaum würdig zu leben—
Doch in dem Moment,
in dem ich wieder mit dir vereint bin,
erhebe ich mich wie ein Gott,
verehrt von Millionen, bestimmt für das Große,
lebendig und unsterblich.
Ich blicke nicht auf morgen,
ich ignoriere Iskariots Kuss
denn, sobald ich erneut ohne Dich bin,
Denn sobald ich wieder ohne dich bin,
schneiden die Dornen meiner Krone tief,
während ich das Kreuz trage,
und die Nägel, mit denen ich gekreuzigt werde,
von mir selbst geschmiedet sind
In den düsteren Stunden,
eines grauen Tages
Vermisse ich Dich am meisten,
geliebter Verbündeter
Wenn mich die Last erdrückt
Und ich mich zutiefst nach dir sehne
Erfüllt mit einem Verlangen,
wie an den Boden gekettet,
unfähig, mich zu bewegen
Doch in dem Moment,
in dem ich wieder mit dir vereint bin,
sprenge ich meine Fesseln, ich steige empor in den Himmel,
als hätte die Schwerkraft mich vergessen—
frei, leicht, grenzenlos.
Ich blicke nicht auf morgen,
verdränge, wie nah ich der Sonne komme.
Und dass, sobald ich erneut ohne Dich bin,
meine Flügel zu schmelzen beginnen.
– wie Ikarus, falle ich in den Abgrund,
nicht überrascht, nur wehmütig darüber,
wie vertraut es sich anfühlt.
Es ist in diesen tristen Stunden,
mein süßes Lebenselixier,
wenn ich Dich bitte, mir Deine verlockende Lügen zu erzählen
Denn auch wenn du mein Ruin sein wirst –
bis einer von uns beiden untergeht,
kehr ich immer wieder zu Dir zurück.
Denn ich bin
Für immer Dein.
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