An diesem Sommermorgen
ist die Luft bereits warm,
ein sanfter Wind begrüßt mich,
als ich nach einer traumlosen Nacht die Tür öffne.
Ich schreite durch den frühen Nebel,
der wie silberne Schleier über den Feldern liegt.
Vögel singen und begrüßen den Tag,
der Mond steht noch blass am blauen Himmel.
Lautlos gleiten meine Schritte über das Gras,
doch in meiner Brust pocht das Herz laut,
während ich mich dem Wald nähere,
wo uralte Bäume schweigend auf mich herabblicken.
Ich gehe weiter.
Je näher ich komme,
desto stiller wird die Welt.
Mein Atem steigt als Nebel auf,
und das Gras vermischt sich mit frostigem Moos.
Ich gehe weiter.
Dort, zwischen den Holunderbäumen,
ein Licht – leuchtend, hell,
dass es mich fast blendet,
doch ich wende den Blick nicht ab.
Ich gehe weiter.
Dann, auf einer kleinen Lichtung, stehst du –
deine Füße kaum den Boden berührend,
deine Hand erhoben,
einladend.
Ich höre dich meinen Namen sagen,
oder ist es nur ein Flüstern im Wind?
Unsere Hände berühren sich,
deine Haut – noch immer warm auf meiner.
Schnee fällt um uns,
doch ich spüre keine Kälte.
Wir tanzen im aufgehenden Licht,
leicht, in fast ewiger Umarmung.
Ich verliere mich in deiner Nähe,
und weiß doch:
Ich darf mich nicht ganz verlieren.
Als die Sonne ganz aufgegangen ist,
weiß ich: Es ist Zeit.
Du musst gehen – ich darf nicht mit.
Und doch bitten mich deine Augen zu bleiben.
Ich zögere.
Lasse deine Hand zu langsam los,
küsse sie ein letztes Mal,
dann wende ich mich ab.
Ich gehe weiter.
Zurück –
dorthin, wo wieder Vögel singen,
wo der Duft von Lindenblüten
und reifen Ähren die Luft erfüllt.
Ich weiß, ich darf nicht zurückblicken …
doch leise drehe ich mich um –
zum Wald,
zu den alten Bäumen,
zu deinem verblassenden Gesicht.
Ein stilles, trauriges Lächeln spielt um deine Lippen,
bevor du dich verwandelst –
in tausend Schmetterlinge.
Wie gern ginge ich mit dir.
Doch es ist nicht meine Zeit –
noch nicht.
„Ich werde dich wiederfinden“, flüstere ich.
„Doch jetzt gehe ich weiter –
allein.“


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